Start Stadtumbau Gemeinschaftswerk Links Impressum

 
Was ist Gemeinschaftswerk
 
 

Aktivitäten

 

Die Altstadt ist besser als ihr Ruf
Ergebnisse eines Ideen- und Entwurfsworkshops zum IBA-Projekt
am 20/21.11.2003

 






 

Ausgangssituation und Aufgabenstellung

Der südliche Teil der Altstadt und insbesondere die Wohnlagen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtgraben oder entlang der Bösen Sieben (das ist ein offener Flusslauf) werden von den ansässigen Bewohnern und Bauwilligen zunehmend geschätzt. Zugleich finden sich hier seit langem Baulücken / leer stehende Gebäude in markanter städtebaulicher Position (Rammtorstraße) oder von besonderer historischer Bedeutung (Umfeld Petrikirche), für die bis dato keine Interessenten oder Nutzungsnachfragen verzeichnet werden konnten. Im Rahmen eines aktiven Stadtumbaus (mögliche Förderung von Abbrüchen und Aufwertung von Grundstücken) soll dieser "Status quo" verändert werden.

Mit der Idee zu einem "Grünen Altstadtring" sollten deshalb in Abstimmung mit den Eigentümern einige Grundstücke an der Nahtstelle zwischen dem Stadtgraben und der Altstadtbebauung genauer untersucht werden. Dies betraf insbesondere das Denkmalobjekt Petristraße 9 im Eigentum der Wohnungsbaugesellschaft der Lutherstadt Eisleben, das Gebäude auf dem Grundstück Rammtorstraße 16, für das die Lutherstadt Eisleben als Eigentümerin einen Abbruchantrag gestellt hat sowie die brachliegenden Grundstücke Rammtorstraße 12-15 in privatem Eigentum.

Als Variante sollte der Erhalt des denkmalwürdigen Teils der Petristraße 9 geprüft sowie der Abriss des Gebäudes Rammtorstr. 16 im sinne einer Erweiterung des Stadtgrabens zu untersucht werden.

Dabei ging es um drei zentrale Fragen:
• Welche (ggf. auch temporäre) Gestaltung erfahren die ehemals bebauten Grundstücksflächen?
• Was ist im Falle eines prominenten Denkmals das verträgliche "Rück- und Umbaumaß"?
• Welche Nutzungsoptionen und Gebäudetypen sind perspektivisch für die betroffenen Grundstücksflächen in ihrer konkreten Lage an der Nahtstelle zwischen der dicht bebauten historischen Altstadt und dem Grünbereich am Stadtgraben denkbar?

 

 






Werkstatt-Ergebnisse

An dieser Stelle erfolgt keine Kommentierung der einzelnen Ideen und Entwurfsvorschläge, sondern eine Zusammenfassung zum gemeinsam erreichten Erkenntnisstand.

Die Werkstattarbeit ermöglichte eine intensive Abstimmung mit den zuständigen Vertretern der Denkmalbehörden zur Perspektive des Einzeldenkmals Petristraße 9. Hier konnte gemeinsam herausgefunden werden, dass sich der Denkmalwert neben dem stadt- und bauhistorischen Kontext im Umfeld von Petrikirche/Luthergeburtshaus vor allem auf den Erdgeschossbereich des großen rückwärtigen Gebäudes bezieht, das sich in die terrassierte Böschung in Richtung Stadtgraben einfügt.

Deshalb wird mehrheitlich die Entwicklung eines Projektes unter Nutzung/Arrondierung dieses Gebäudeteiles favorisiert. Dabei sollte ggf. ein Zugang, eventuell sogar mit einer öffentlich nutzbaren Querung des Grundstücks in Richtung Stadtgraben avisiert werden, um das interessante historische Gebäude ins "öffentliche Bewußtsein" zu rücken. Die Optionen sollten mit einer Nutzungsidee (eher privater oder öffentlicher Charakter) für das Gebäude übereinstimmen. Als konkreter Vorschlag der Werkstatt wird ein Teilrückbau des mehrgeschossigen Gebäudes und eine Beräumung der Nebengebäude favorisiert.

Die Entwicklung des südwestlichen Abschlusses der Rammtorstraße kann in einem größeren stadträumlichen Zusammenhang gesehen werden. Hier wird eine bequeme fußläufige Verbindung zwischen dem Bereich Markt/Böse Sieben und dem Stadtgraben möglich, wenn eine öffentliche Querung der untersuchten Grundstücke Rammtorstraße 12-16 eingeräumt wird. In jedem Falle muss der Höhenunterschied überwunden und der Anschluss an den Grünbereich Stadtgraben räumlich gefasst und gestaltet werden. Hierfür wurden durch die Werkstattteilnehmer verschiedene Varianten entwickelt.

Von besonderer stadträumlicher Bedeutung ist dabei der zukünftige räumliche Abschluss auf dem Grundstück Rammtorstraße 16, wo bisher das dreigeschossige Gebäude mit einem Hinterhaus den Auftakt/Eingang in die ehemals dicht bebaute Altstadt marktierte sowie die Gestaltung der heute brach liegenden Grundstücke mit einem erheblichen Höhenunterschied.

Die eingeladenen Architekten plädieren hier für eine deutliche Ausprägung/ Verlängerung der “Stadtmauer” als Abgrenzung zwischen einer privaten Grün- und Grundstücksfläche und dem öffentlichen, dann etwas vergrößerten Park.

Für die derzeit nicht baulich genutzten Grundstücke wird eine zunächst ggf. temporäre, aber anprechende Grüngestaltung vorgeschlagen. Eine Bebauung wird eher im östlichen Abschnitt und im Zusammenhang mit der Bebaung an der Südseite der Ramm-torstraße gesehen. Dabei können diese Gebäude einen eigenen Charakter erhalten, der die “Eingangssituation” an der Nahtstelle zum Stadtgraben betont.

Insgesamt ist auch eine auf Dauer angelegte Freiraumnutzung der untersuchten Grundstücke im Sinne des “Grünen Altstadtrings” möglich. Dies erfordert aber eine genauere Vereinbarung mit den Grundstückseigentümern, die noch nicht konkret absolviert werden konnte.

 






Links
Protokoll des Workshops (pdf 1,5 MB)

zurück zur Zeitleiste